Krisen-Blog

Der Krisenmanager Bruno Labbadia

Als Bruno Labbadia am 15. April 2015 Trainer des HSV wurde, stand die Mannschaft fast aussichtslos auf dem letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Es drohte der erste Abstieg der Vereinsgeschichte. Wie Labbadia den Bundesliga-Dino rettete, hat nicht nur mit seinem sportlichen Erfolg zu tun, sondern auch mit seiner FĂ€higkeit, Krisen zu managen.

Halb Fußball-Deutschland hatte damals gefeixt, dass der Abstieg des HSV nun fĂ€llig sei. Endlich bekĂ€me der Verein die Quittung fĂŒr die mangelhafte Personalpolitik und die eigene Arroganz. Mannschaft und neuer Trainer kĂ€mpften jedoch bis zur letzten Sekunde – und siegten.

Noch vor dem ersten Spiel der neuen Saison folgten die Pokalblamage gegen den Viertligisten Jena und der Rucksack-Skandal. Labbadia reagierte jedoch gelassen, weil er wusste, dass die Bundesliga entscheidend ist. Also Ă€ußerte er sich lieber zum Saisonauftakt in MĂŒnchen: „Hoch werden wir nicht gewinnen.“

Diese Gelassenheit hat sich ausgezahlt. Nach 13 Spieltagen steht der ehemalige Abstiegskandidat auf dem zehnten Tabellenplatz und hat zuletzt sogar Borussia Dortmund klar besiegt.

Auch die bisweilen hochfliegenden Hamburger AnsprĂŒche wendet Labbadia gebetsmĂŒhlenartig ab. Er weiß genau, dass das Schielen auf einen internationalen Tabellenplatz wieder Unruhe stiftet. Der 49-jĂ€hrige sagt von sich selbst, er sei heute „entspannter geworden“ und dass „es auch noch andere Dinge gibt im Leben“. Labbadia scheint derzeit der ideale Trainer fĂŒr den HSV zu sein, weil er sportlichen Erfolg mit einer Kommunikationsstrategie verbindet, die im unruhigen Umfeld des HSV vor allem Gelassenheit ausstrahlt.

Dietmar Beiersdorfer, Vorstandsvorsitzender der HSV Fußball AG, adelt Labbadia mit den Worten: „Die Entscheidung, Bruno Labbadia zu holen, war die wichtigste Entscheidung der jĂŒngeren Vereinsgeschichte.“



Burger King – geht leider doch nicht!

Vor einem halben Jahr sah es noch nach einer Lösung fĂŒr Burger King und Yi-Ko aus – so hatten wir das jedenfalls eingeschĂ€tzt. Der Vorgang wirkte professionell kommuniziert und gemanagt. Wir hatten uns darĂŒber gefreut und wohl alle hofften, dass dieser Schuss vor den Bug zu einer nachhaltigen VerĂ€nderung fĂŒhren wĂŒrde.

Dem war offenbar nicht so. Erneute Verfehlungen arbeitsrechtlicher Natur und die bekannten HygienemĂ€ngel haben nun zum Aus gefĂŒhrt. Die Medien sind voller Berichte und es scheint schwer vorstellbar, dass es noch eine schnelle Wendung gibt. Es zeichnet sich daher ein unternehmerisches Debakel ab, welches viele, viele Menschen betreffen wird.

Professionelle Kommunikation hatte im FrĂŒhjahr einen öffentlichen Neustart ermöglicht. Aber neues Vertrauen entsteht auf einer solchen Basis nur, wenn den wohlgesetzten Worten auch die angekĂŒndigten Taten folgen.

Wir haben zwar gelernt, allen Berichten – und sogar auch Gerichten – zu misstrauen. Dennoch ist fĂŒr alle Beteiligten eines sicher: Das öffentliche Vertrauen liegt am Boden und die Zusammenarbeit mit Burger King ist dahin….



Burger King – Na also, geht doch?

Welt-Online startet seinen Burger King-Artikel wie folgt: „Na also, geht doch. In den KĂŒchen von Burger King beziehungsweise dessen grĂ¶ĂŸtem deutschen Franchisenehmers Yi-Ko Holding schaut der TÜV nach dem Rechten, die 3000 BeschĂ€ftigen werden demnĂ€chst nach Tarif bezahlt, die bösen Arbeitsgerichtsprozesse sind bald erledigt, jedenfalls zum grĂ¶ĂŸten Teil.“

In der tat war das mal eine Reaktion auf hohem und schnellem Niveau. Durchgegriffen und nichts vertuscht. Gut inszeniert mit RTL. Kompliment. Das ist Krisenkommunikation und -strategie wie sie sein sollte. Insofern hat die Welt recht und das Team Wallraff hat mit seiner Undercover-Recherche etwas Gutes bewirkt.

Was mir nur quer steht, das sind die Honorare von McDonalds fĂŒr Wallraff. Auch wenn diese etwas zurĂŒckliegen und man angesichts der offensichtlichen Verfehlungen bei der Yi-Ko Holding geneigt ist, ein Auge zuzudrĂŒcken: Das GeschmĂ€ckle ist da. Was in diesem Falle sehr peinlich ist und fast die gesamte Leistung diskreditiert. Denn GlaubwĂŒrdigkeit ist in der Krisenkommunikation keine Einbahnstraße. Sie gilt auch fĂŒr die Medien.



Euro-Krise: Die Jugend Europas kommt nach Deutschland

LĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig war die Neuregelung der doppelten StaatsbĂŒrgerschaft. Denn fĂŒr mich war und ist Deutschland ein Einwanderungsland. Und es kann uns doch gar nichts besseres passieren, als dass die Jugend Europas zu uns kommt, um hier ihre Chancen zu suchen.

NatĂŒrlich sind nicht alle hochqualifiziert. Und auch nicht alle werden es hier „schaffen“. Aber diese jungen Menschen werden unser Land bereichern und entweder hier bleiben und leben oder mit neuen EindrĂŒcken nach Hause fahren. Und diese EindrĂŒcke werden sehr wahrscheinlich besser sein, als das was die Medien ĂŒber unser Land verbreiten. Ich sehe darin auch eine Chance fĂŒr Europa.

Sehr interessant sind dazu zwei Artikel. Da ist zum einen „Alles ist besser, als in Frankreich zu sein“ auf Spiegel-Online, der insofern bemerkenswert ist, als dass er deutlich macht, welche Wahrnehmung Deutschland inzwischen auch in Frankreich genießt. Aus der verbreiteten, freundlichen Ignoranz wird langsam (wieder?) ein echtes Interesse. Das alleine ist eine sehr gute Nachricht.

Wirklich besonders lesenswert ist aber „Lasst euch endlich gern haben, Ihr Deutschen!“ von Derek Scally auf Welt-Online. Der Mann schreibt als Berliner Korrespondent fĂŒr die „Irisch Times“. Zitat aus seinem Artikel: „Und dann gibt es da noch eine Untersuchung von Pew, der zufolge Angela Merkel die Politikerin ist, der gegenĂŒber die Menschen das meiste Vertrauen aufbringen. Ihr Werte sind oft doppelt so hoch wie die des jeweiligen Regierungschefs. Angesichts dieser statistischen Hinweise auf eine positive Haltung gegenĂŒber Deutschland fasziniert es mich, wie wenig sie verfangen verglichen mit sporadischen, episodischen Berichten von antideutschen GefĂŒhlen – wie zum Beispiel wieder mal ein Hitler-BĂ€rtchen auf einem Merkel-Plakat in Athen. Selbst wenn man die alte Journalistenweisheit in Betracht zieht, dass keine Nachrichten so gut sind wie schlechte Nachrichten, ist es ein bemerkenswertes Ergebnis, die RealitĂ€t so beharrlich zum eigenen Nachteil zu verzerren.“

Hier kann ich Herrn Scally nur zurufen: Sie haben mich erwischt. Ich fĂŒhle mich ertappt, bei meiner eigenen Sehnsucht unser Land im europĂ€ischen Blick immer gut dastehen zu wissen. Aber es kommt fĂŒr mich noch schlimmer: „Das sind gute Nachrichten, doch manchmal frage ich mich, ob Gemocht-Werden, eine erfreuliche Neuheit aus den Wochen der Fußballweltmeisterschaft 2006, manchen Deutschen auf Dauer etwas unheimlich anmutet…Die allgemeine Vermutung, dass die Kritiker Berlins von Deutschenfeindlichkeit angetrieben seien, verfĂ€ngt nicht mehr.“

Und wieder: touchĂ©. Siehe mein vorheriger Blogbeitrag ĂŒber Griechenland. Mir hat der neue Blickwinkel in dem Artikel einen echten Erkenntnisgewinn gebracht und die Augen geöffnet. Schön, dass es noch solchen Journalismus gibt. Und: Danke, Herr Scally!



Immer wieder Griechenland

Griechische Staatsanleihen schafften eine Rendite von 23 Prozent. Das ist nicht nur der beste Wert in Europa sondern ein Signal der Hoffnung. Das Handelsblatt meldet: „440 Prozent mit Griechen-Bonds“. Wenn die Anleger zurĂŒckkommen, dann verbessert das die Chancen Griechenlands erheblich. Das ist auch fĂŒr Deutschland eine sehr gute Nachricht, zumal die griechische Wirtschaft langsam wieder wĂ€chst.

NatĂŒrlich haben unsere Rettungsmaßnahmen geholfen. Gerade heute fiel in Athen der Entschluss weitere 6,3 Milliarden Euro an Krediten freizugeben. Griechenland braucht weiter unsere Hilfe – auch wenn wir Deutschen uns dafĂŒr verunglimpfen lassen mĂŒssen.

Relativiert wird das Ganze durch die offenbar monatelangen, zĂ€hen Verhandlungen. Das Dilemma ist dabei brutal: Breite Kreise der Bevölkerung leiden erheblich, die Arbeitslosenquote betrĂ€gt 26%. Gleichzeitig ist das Land immer noch ĂŒber alle Maßen verschuldet und viele notwendige Reformen werden nicht umgesetzt oder verzögert.

Ökonomisch wird es aber irgendwann wieder richtig vorangehen. Das ist gut so. Politisch bleibt jedoch ein Scherbenhaufen. Ich glaube wenige Deutsche werden vergessen, dass das Land betrogen hat, um in den Euro aufgenommen zu werden. Danach musste es Milliardenhilfen von uns erhalten und wir ernten zum Dank antideutschte Aggressionen und Stimmungsmache sowie die als „Retourkutsche“ (fĂŒr was??) gemeinten Reparationsforderungen vor wenigen Wochen.

In den oben genannten Verhandlungen wurde angeblich geĂ€ußert „Griechenland wolle sich nicht lĂ€nger von den Geldgebern erpressen lassen“. Wie ein Geldgeber jemanden erpressen kann, das erschließt sich mir schon von der Logik her nicht…

Das ist insgesamt starker Tobak, der uns als EuropĂ€er auf eine starke Probe stellt. Meine Meinung: Griechenland ist somit auch eine Ursache fĂŒr die leider abnehmende EU-Zustimmung hierzulande und mitverantwortlich fĂŒr den Erfolg der AfD.

Abschließend bleibt nur festzustellen: SolidaritĂ€t ist keine Einbahnstraße. Ich wĂŒnsche mir nicht nur eine sich verbessernde wirtschaftliche Lage fĂŒr die Griechen, sondern auch ein paar versöhnliche und solidarische Signale. Diesmal an ein Land, dem es wirtschaftlich sehr gut geht und dass diese trotzdem mehr als verdient hat.



Krim-Annektion: Am Ende verlieren fast alle

Hoffen wir, dass es weiterhin nicht zu einem bewaffneten Konflikt kommt. Dies vorausgesetzt, werden alle Seiten in einigen Monaten Bilanz ziehen. Die große Frage wird dann sein: Wer hat gewonnen, wer verloren? Leider scheint es aus heutiger Sicht sehr wenig Sieger zu geben.

Verloren haben zunĂ€chst die Krim-Tataren. Von Stalin in bekannter BrutalitĂ€t deportiert und traumatisiert (daran sollten sich auch Frau Wagenknecht und Herr Gysi erinnern) und von einem entsprechend tiefen Mißtrauen gegen Rußland geprĂ€gt. Sie wollten auf keinen Fall russisch werden, haben die Abstimmung boykottiert und sind jetzt eine sehr einsame und ungeliebte Minderheit im fremden, eigenen Land.

Verloren hat die Ukraine. Die Krim ist jetzt weg, sie wird auch nicht wieder zurĂŒckkehren. Damit ist außerdem die staatliche IntegritĂ€t in einem einzigartigen PrĂ€zendenzfall beschĂ€digt worden. Und das in einem sehr heterogenen Vielvölker-Riesenland. Die daraus folgenden StabiltĂ€tsprobleme werden die Ukraine noch lange begleiten.

Verloren hat Rußland. Zwar ist die Krim jetzt russisch. Aber das verlorene Vertrauen wird ĂŒber Jahrzehnte das Miteinander in Europa prĂ€gen. Denn eine Annektion dieser Art wird  nie vergessen werden und das werden ganze Generationen russischer Politiker zu spĂŒren bekommen. Das Mißtrauen nach Stalins Jalta-Weltkriegs-Expansions-Gier war nie ganz verschwunden. Jetzt – und vermutlich fĂŒr die Dauer dieses Jahrhunderts – wird der Mythos des uralten russischen „Expansionsdrangs nach Westen“ von allen Nachbarn wieder gefĂŒrchtet. Das wird auch uns Deutschen so gehen – obwohl wir innerhalb der EU den Ruf als die „Rußlandversteher“ haben.

Verloren hat auch Putin. NatĂŒrlich hat er erreicht, dass man Rußland als globale Macht wieder ernster nimmt. Und er wird in Rußland fĂŒr die „Wiedervereinigung“ gefeiert. Aber zu welchem Preis? Vermutlich war seine Annektion der Krim der sicherste Weg, der restlichen Ukraine die EU geradezu aufzuzwingen. Denn die große  Mehrheit der verbleibenden Ukrainer wird sich jetzt mehr denn je nach der Sicherheit und dem Wohlstandsversprechen des Westens sehnen. Die EU ist durch die Krim-Krise ĂŒberhaupt erst  gezwungen worden, großzĂŒgig zu sein und Opfer zu bringen. Es ist fast lehrbuchhaft: So drĂ€ngt man eine große Landmasse aus seinem eigenen Einflußbereich hinaus und schafft sich Feinde.

Verloren hat die Wirtschaft, denn unsere globale Weltwirtschaft braucht Frieden und Vertrauen. Ich bin einerseits ĂŒberzeugt, dass die globale Vernetzung der Wirtschaft hier einen Krieg verhindert hat. Handel schafft Frieden – das alte Motto der Hanse. Zu groß sind die AbhĂ€ngigkeiten der EnglĂ€nder und der Wall Street von den Milliarden der russischen Oligarchen und die von uns Deutschen vom russischen Öl und Gas.

Andererseits: Ab sofort wird der Westen versuchen, genau diese AbhÀngigkeiten zu reduzieren. Und das wird teuer und schmerzhaft. Und auch die russische Wirtschaft braucht den Handel und die Zusammenarbeit mit Europa und Deutschland mehr denn je. Das wird in den nÀchsten Jahren aber nicht so weitergehen wie bisher. Von daher hat auch und vor allem die russische Wirtschaft verloren.

Verloren hat auch der Sport, denn die olympische Idee wurde brutal diskreditiert. Ein solcher Übergriff, wĂ€hrend zeitgleich die Paralympics stattfinden, ist beispiellos. Frieden war immer das oberste Gebot fĂŒr die Zeit wĂ€hrend der Spiele – schon bei den alten Griechen. Mir jedenfalls hat die Aggression das Zuschauen vermiest und den Sportlern wird es Ă€hnlich gehen. Selten sind die olympischen Spiele so schamlos fĂŒr Propaganda genutzt worden.

Vorher habe ich Putin und Rußland immer gegen die einseitige, unangenehme und aggressive anti-russische Olympia-Berichterstattung der deutschen Medien verteidigt. Zu unrecht? Offenbar.

Und auch der ukrainische Fußball, der fast im Verborgenen auf dem Weg zu einer europĂ€ischen GrĂ¶ĂŸe war, hat verloren. AuslĂ€ndische Spieler wollen in sichere Staaten zurĂŒck, zwei Krimteams werden in Rußland spielen und auf absehbare Zeit wird es mangelnde StabilitĂ€t und fehlendes Geld geben. Und auch das ist mehr als schade…

Bleibt die EU. Obwohl sie angesichts der Gewalt dastand wie ein kleines, wehrloses Kind fĂ€llt ihr jetzt die Ukraine zu. Das ist zwar zunĂ€chst ein milliarden-teures Geschenk. Aber es konnte sich langfristig als sehr großer Gewinn erweisen. Hier besteht Hoffnung.

Klar gewonnen haben alleine offenbar diejenigen BĂŒrger der Krim, die aus vollem Herzen fĂŒr Rußland gestimmt haben. Selbst wenn man den Wahlboykott und die „Angststimmen“ abzieht, dann dĂŒrfte das immer noch die Mehrheit der Wahlberechtigten sein. Denn fast zwei Drittel der Bewohner der Krim sprechen Russisch und können als „ethnische“ Russen angesehen werden. Sie werden sich ĂŒber diese Entwicklung freuen.



Hoeneß: Die Hetzjagd war erfolgreich

Endlich hat dieses entwĂŒrdigende Theater ein Ende. Ich kann sie nicht mehr ertragen, diese neue „Supersau“, die tĂ€glich durch das mediale Dorf gejagt wird. Steuerhinterziehung wird hysterisch gebrandmarkt und man gewinnt den Eindruck, als seien Kapitalverbrechen wie Mord, Vergewaltigung oder KinderschĂ€ndung im Vergleich geradezu harmlos.  Statt dessen werden Promis durch das Land gehetzt und erlegt, als gĂ€be es kein Morgen oder keine wichtigeren Themen. Das ist ekelhaft.

Unter dem scheinbar harmlosen Mantra „Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt“ wird die Stigmatisierung und öffentliche Entehrung von SteuersĂŒndern nicht nur gebilligt, sondern geradezu gesucht. Da hat man sie endlich am Haken, diese schĂ€bige Elite des Landes. Und man hat ein schönes Dauerbrennerthema gefunden, mit dem sich unser Gesellschaftsmodell von links angreifen lĂ€sst. Der Vergleich des Strafmaßes mit dem Durchschnitt anderer Straftaten (siehe Grafik) zeigt analog dazu eine bereits jetzt gegebene Verzerrung der politisch/juristischen MaßstĂ€be.

Andererseits: Über 28 Millionen Steuerschuld und ĂŒber 50.000 Transaktionen? Wie geht das eigentlich? Ich kann mir das schon zeitlich kaum vorstellen. Hat Hoeneß je eine Pause gemacht? Wie groß kann Gier eigentlich sein? Was steckt dahinter?

Keine Frage: Der Mann hat seine Strafe verdient. Allerdings spricht – wie seine Lebensleistung – fĂŒr ihn, dass er nicht in die Revision geht und seine Strafe annimmt. Er scheint in diesem Fall auch gut beraten. Denn die Zahlen sind erschlagend und erschreckend.

Das eigentlich Tragische ist, dass Herr Hoeneß mit diesem beispiellosen Fall sehr viel dazu beigetragen hat, dieses unertrĂ€gliche, klassenkĂ€mpferische und sensationsgeile Jagen auf weitere SteuersĂŒnder noch anzuheizen. Denn er hat genau das Bild der „Elite“ abgegeben, welches die große Jagdgemeinschaft gesucht und immer unterstellt hat. Die Hetzjagd wird also weitergehen. Leider.